Category : 2026 Weserradweg

31. Juli: Bremen nach Bad Zwischenahn

Heute haben wir den Weser Radweg verlassen. Unsere finale Etappe führt aus Bremen raus und so ziemlich geradewegs über Delmenhorst und Oldenburg nach Bad Zwischenahn. Geplant wollen wir uns im Strandcafe am Zwischenahner Meer treffen.
Der Wetterbericht sieht gut aus. Bis 25 Grad und überwiegend Sonne.

Geradewegs heißt hier wirklich gerader Weg. Mit den ganzen Bäumen – wirklich schöne Eichen auf dem alten Heeresweg – wären wir gestern sehr zufrieden gewesen. Da hätten wir hinreichend Schatten gehabt. Zusätzlich zum Schatten hatten wir heute auch noch Rückenwind. Also eine hervorragende Voraussetzung dafür, vor unserer geplanten Zeit – wir wollten uns ja schließlich im Strandcafe treffen – am Zielort anzukommen. Nach etwas mehr als 2/3 der heutigen Strecke waren wir in Oldenburg und wollten noch ca. 1 Stunde „abgammeln“.

Wir haben uns in der erstbesten Rast leckere Säfte bestellt und erst eine Pommes und dann noch eine Pommes, weil wir noch nicht satt waren. Danach der Blick auf die Wetter-App.

Keine Chance mehr unser Ziel zu erreichen, bevor uns das Wetter erreicht. Kurz beim Kellner nachgefragt, wie wir am besten fahren sollen und dann die Route umgeplant. Wir haben noch ca. 8 km geschafft, bevor ich beim Edeka Böse und Patrick in der Eisdiele Unterschlupf suchen will. Und dann hat der Himmel seine Schleusen geöffnet.

Nach ca. 45 Minuten war die erste Runde vorbei und ich habe Patrick an der Bushaltestelle im Unterstand getroffen. Ein paar Diskussionen später bin ich weiter und musste nach ca. einem weiteren Kilometer ebenfalls einen Unterstand suchen. 15 weitere Schüttminuten später habe ich dann das Zwischenahner Meer als Ziel gegen unsere Unterkunft ausgetauscht. Patrick hat entschieden, sich an seinem Ort abholen zu lassen. Die letzten 14 km habe ich noch einmal einen richtig schönen Weg gehabt und war gut 10 Minuten eher am Haus, als die anderen vier…

Wir haben es echt gemütlich erwischt im AirB&B

Und nun ist die Geschichte von der Weser Radweg Tour beendet…

30. Juli: Nienburg nach Bremen

Die heutige Etappe beinhaltet mehrere für uns wichtige Aspekte:
1. Unsere letzte Etappe auf dem Weser Radweg. Morgen biegen wir ab.
2. Die längste Etappe mit 104 km Länge.
3. Die heißeste Etappe mit 34 Grad.

Wir haben es geschafft! Den Weg vom Weserschlößchen bis zum H+ Hotel. Obwohl wir beide auch heute wieder eine Enttäuschung (oder Enttäuschungen) erleben mussten. Und sind beide der Meinung, dass wir heute Nacht sehr gut schlafen werden.

Gleichzeitig müssen wir endgültig Abschied nehmen von einigen Menschen, die wir auf dem Weg immer wieder getroffen haben:
– Karten-Opi mit seinen T-Shirts „Ich bin der Motor“.
– die Girlies, die wir allerdings schon gestern nicht mehr gesehen haben.
– Shell V-Power – die Radhose haben wir immer wieder gesehen.
– Einen Vater mit seinem noch Recht jungen Kind. Patrick meinte nur: „der muss gedopt sein…“

Um der Hitze heute etwas entgegenzusetzen, sind wir schon um kurz nach 8 Uhr gestartet. Das hatte einen tollen psychologischen Vorteil: Nämlich, dass wir um 10 Uhr – die Zeit zu der wir normal starten – schon mehr al 35 km geschafft hatten. Und ab ca. 10 Uhr hatten wir dann eine normale Etappenlänge…

Mit 7 Stunden und 33 Minuten fast ein kompletter Arbeitstag. Jedenfalls fühlen wir uns so.

Abschied aus Nienburg. Der Ort war ok, allerdings kein Kracher.

Erstes Beine ausschütteln am heutigen Tag.

Von den Kumpels haben uns nicht nur heute, sondern in den vergangenen Tagen einige begleitet.

Einmal durften wir mit der Fähre übersetzen. Die Fähre ist auch für 2 Radfahrer gefahren. Auf der anderen Seite kam uns dann Karten-Opi entgegen.

Die erste Enttäuschung dann in Hoya:

Weder CAFE Uhde noch der Lindenhof waren geöffnet. Eigentlich hatten wir hier die erste Pause geplant. Immerhin haben wir in der Döner-Bude kalte Cola bekommen. Wir haben beide eine Dose getrunken und noch eine für die Reise mitgenommen. Es war ja klar, dass wir uns bei der Hitze weiter verpflegen müssen.

Ca. 15 km weiter war die Dose fällig. Und die Muckis haben uns bis nach Verden zur Mittagspause weitergetragen.

Gut gelaunt gab es dann wieder viel isotonische Flüssigkeit und etwas leckeres zu essen. Wir waren ca. 300 m über die Hälfte der Strecke unterwegs.

Die nächste Pause hatten wir in Achim fest eingeplant. Was ich nicht eingeplant hatte war allerdings, dass wir Achim nur streifen. Das ist uns dann erst nach ca. 2 weiteren km aufgefallen und ein zurück gibt es für uns nicht. Glücklicherweise konnten wir in einem Getränkegroßhandel zwei kalte Cola Zero (ansonsten hatten die Kollegen nur Bier im Kühlschrank) erwerben und sind dann nach weghandeln der Getränkekrise weitergefahren. Auf dem nächsten halben km haben wir Vater und Sohn dann überholt. Dem kleinen war in dem Moment das Doping ausgegangen.
Wenige Minuten weiter kam ein Kiosk – da haben wir jeder noch 1/2 Liter kaltes Wasser verdampfen lassen.

An der Weser entlang waren die letzten 10 km noch mal richtig schön. Auf dem Damm hat es Spaß gemacht. Es waren viele Menschen in dem Weser-Arm schwimmen und je näher an der Stadt, desto voller.
Wir haben uns sehr gefreut, heute im Hotel angekommen zu sein. Gefühlt war es in der Lobby 20 Grad kälter als draußen. Die Fahrräder stehen in einem Schließfach im Fahrrad-Parkhaus.

Nach dem Duschen noch schnell etwas essen und danach ein kleiner Innenstadtrundgang – jetzt ist für uns der Weser Radweg beendet.

Und hier die Kultur zum Abschluss…

29. Juli: Minden nach Nienburg

Heute ist der bisher heißeste Tag unserer Tour. Dafür hat der Tag einen Riesenvorteil: Ich habe mich mit der Kalkulation der Strecker vertan. Statt ca. 80 km sind es auch heute wieder nur ca. 60 km

Gegen 10 Uhr starten wir heute aus dem Hotel und fahren die ersten 2 km am Kanal in Minden entlang. Immerhin gibt es hier schon Schiffe zu sehen. Bis Minden haben wir noch nichts auf der Weser fahren sehen.

Die Fahrt bleibt weiter unspektakulär. Die Landschaft ist ruhig und ohne besondere Merkmale. Dann kommen wir nach Petershagen. Ein gemütlicher Ort, den man sich durchaus merken kann. Hier gibt es eine Skulptur vor dem Jugendhaus – immerhin die fällt auf.

In Uchte machen wir an einem Badesee eine kurze Pause. Etwas essen und trinken, dann geht es weiter – ist schon jetzt ziemlich warm.

In Buchholz kommt der nächste Durst mit ein bisschen Appetit. Heute wollen wir uns keine gute Chance entgehen lassen.

Zwischendurch sehen wir dann tatsächlich Schiffe auf der Weser. Auf jedem Bild sieht man die Brücken, die wir beide überqueren durften. Immerhin waren wir durch die Schleuse schneller, als die Schiffe die gerade fahren konnten.

Weiter geht es und noch wärmer wird es. Das nächste kalte Getränk muss her und die Rettung naht. Es gibt leckere und kalte Fruchtschorlen.

Kurz vor 15 Uhr kommen wir in Nienburg an. Hier haben wir die teuerste Unterkunft unserer Reise – dafür auch die kleinsten Zimmer bisher. Insgesamt passt es weiterhin super. Nach dem Duschen und einer Ruhepause machen wir eine Runde durch die Altstadt von Nienburg. Der Ort ist ok – allerdings nicht überwältigend. Ich sehe heute zum ersten Mal ein AfD Büro und das auch noch gegenüber vom Polizeimuseum. Und die Scheibe des Büros hat mehrere Löcher (die waren aber schon, bevor wir nach Nienburg kamen)
Nach einem Eis und abschließendem Snack noch ein paar Meter durch Nienburg und dann ab zurück ins Hotel…

Hier die wahrscheinlich älteste Pension von Nienburg (mittlerweile privat bewohnt).

28. Juli: Hameln nach Minden

Das spektakuläre am Weser Radweg ist eigentlich das unspektakuläre!
Der Weg ist so entspannt, dass wir im Grunde die Strecke abfahren und einfach nur genießen. Die heutige Etappe geht über 73,2 km.

Begonnen hat unser Tag mit einem Frühstück beim Bäcker direkt am Eck. Ich glaube, weder Patrick noch ich sind wirklich schon wach. Das macht allerdings gar nichts, weil das Wetter wird ein Traum. Mit maximal 26-27 Grad haben wir heute perfekte Tourbedingungen.

Für die Fahrt haben wir ein bisschen Proviant im Gepäck. Pausen und eine gemütliche Reise haben wir uns für den Tag fest vorgenommen. In Rinteln packen wir erstmals aus, genießen und schauen der Weser wieder beim Fließen zu.

Ein paar Kilometer weiter überqueren wir die Weser bei diesem Ausblick:

Leider ist es für eine Pause noch zu früh. Im doppelten Sinne: Erstens haben die Lokationen noch nicht geöffnet und zweites haben sie am Dienstag auch noch Ruhetag. Die Wärme macht uns doch doch zu schaffen und wir sind echt happy, dass wir etwas zwischen die Kiemen bekommen können und es müssen unbedingt kalte und zuckerhaltige Getränke in uns hinein.

Insgesamt sind wir heute sehr gut in der Zeit und können den weiteren Weg entspannt angehen. Den Weser Radweg können wir beide weiterhin nur beschwärmen. Bis auf wenige Kilometer sind das alles perfekte Wege. Zwischendurch racen wir noch mit einem anderen Vater-Sohn Duo. Am Berg besiegen wir sie locker und haben sie dort auch abgehängt.

Gut 10 km vor dem Ziel haben wir in Porta Westfalica noch Zeit für ein weiteres gemütliches Päuschen mit Blick auf ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Als wir dann vor dem Exquisit-Hotel – unserer heutigen Bleibe – stehen überlegen wir kurz, ob wir hier richtig sein können. Die besten Zeiten liegen schon Wochen, nein Monate, nein Jahre, vielleicht Jahrzehnte zurück. Die Herzlichkeit des Personals macht das alles ganz locker wieder wett. Wir haben auch keine Lust, noch irgendwo anders hin zum Essen zu gehen.

Zwischendurch ziehe ich noch ein paar Bahnen durch den Hotelpool (ja den gibt es hier) und danach lassen wir es uns schmecken. Zum Mahl gehört noch ein Salat vom Buffet, ein Kraft-Süppchen und dann ein lecker Rumpsteak .

Den Spaziergang machen wir am Kanal und im Safari-Park…

27. Juli: Holzminden nach Hameln

Heute steht die kürzeste Etappe unserer diesjährigen Tour auf dem Programm. Mit 57,3 KM schonen wir uns für die kommenden Tage.

Nach dem Regen gestern, konnten wir für heute eine trockene Fahrt erwarten. Auch lässt die nächste Hitze noch ein bisschen auf sich warten. Heute haben wir die ganze Fahrt über eine Temperatur, bei der wir sobald die Sonne scheint im T-Shirt fahren und sobald die Sonne verdeckt ist, eine Jacke anhaben wollen. Also ist häufigerer Wechsel angesagt bis ich mit meiner Jacke fahre und Patrick ohne…
Hier ein paar Eindrücke der heutigen Fahrt.

Der Weser Radweg ist weiterhin von super Qualität. Der Asphalt top und alles was nicht top ist, ist einfach wenig. Es macht auch Spaß, der Weser einfach mal beim Fließen zuzuschauen.

Auf der Bank haben wir eine Pause verbracht und genau das getan. Insgesamt war der Weg heute in gewissem Sinne unspektakulär und damit super erholsam. Die Idee, mal in einem Schlaffass zu übernachten (irgendeine Besonderheit suchen wir ja meist raus) haben wir nach einem Blick in ein solches direkt verworfen. Was mir auch nicht bewusst war ist, dass wir den Ort des Lügenbarons durchfahren.

Bei uns ging es nicht so schnell, wie es wahrscheinlich auf einer Kanonenkugel gegangen wäre, wir sind ja aktuell auch nicht wegen irgendwelcher Rekorde unterwegs. Auf dem Weg nach Hameln sind wir dann noch am stillgelegten AKW Grohne vorbei gekommen. Zusätzlichen Atomantrieb haben wir bei teilweise heftigem Gegenwind nicht verspürt.

Heute übernachten wir in einer Penthouse-Wohnung in Hameln – echt schick haben wir es hier erwischt. Die erste Stunde vergammeln wir gemütlich im Penthouse und machen uns dann auf den Weg zum Essen. Hameln hat ein echtes Montagproblem.
Kein Rattenfängermuseum offen, keine Stadtführung möglich und auf der Weser-Insel bekommen wir nichts zu essen. Wir haben einen schönen Italiener gefunden und als Nachtisch gab es ein Eis mit Stadtrundgang in Hameln. Das ist wirklich zu empfehlen!

Und der Rattenfänger darf natürlich auch nicht fehlen…

Zum Abschluss noch etwas historisches Wissen:

26. Juli: Hann.Münden nach Holzminden

Unsere heutige Etappe hat uns von Hann. Münden bis in die Zirkuswagen von Holzminden geführt. Es war klar, dass das Wetter für unsere Tour nicht so dolle sein wird.Tatsächlich hat es dann doch noch gut funktioniert.

Ein paar Eindrücke des ersten Teils der Strecke:

Nach gut 30 Kilometer war es Zeit für die erste Flüssigverpflegung. Wir hatten einen sehr interessanten Stopp gefunden und ich kann sehr deutlich behaupten: Mad Max lebt!!!

Danach beginnt der Blick in den Himmel. Der Wetterbericht hat für den heutigen Tag das seltene Zeug aus dem Himmel versprochen. Laut WetterOnline soll es uns ca 13 Uhr erwischen. Um 12.35 sehen wir eine schönes Lokal und beschließen, dort eine Kleinigkeit zu essen. Der Online Wetterdienst zeigt an, dass die Front ganz knapp nördlich an uns vorbeiziehen soll.
Eigentlich wollte ich beim Wirt schon ein bisschen Druck machen, weil mir das mit den Salaten viel zu lange dauert.
Na ja, wir waren geduldig, haben gegessen, es hat bei uns nicht geregnet – also wollen wir los. Vorher hatte ich Patrick noch „genötigt“, den Regenschutz über die Packtaschen zu ziehen – er baut also zurück…

Und dann öffnen sich die Schleusen – es regnet…! Patrick bekommt fast einen Lachflash und wir sind dem Wirt dankbar fürs Trödeln, weil es uns dann doch nicht erwischt hat und wir trocken unterstehen konnten.

Wir hatten ein nur mehrere Hundert Meter kurzes, aber extrem steiles Teilstück zu überwinden. Heute war es insgesamt sehr wellig.

Höxter liegt noch auf dem Weg, die Wolken zeichnen ein interessantes Gebilde nach dem Regen und ein Landwirt meint, sein Stroh bemalen zu müssen.
Und schon sind wir in Holzminden.

Schaun mer mal, ob wir hier heute gegen Abend essen gehen werden.

Und so wohnen wir heute…

25. Juli: Neukirchen-Vluyn nach Hann.Münden

Es ist mal wieder an der Zeit: Patrick und ich sind auf der Reise mit dem Fahrrad. Dieses Mal haben wir uns den Weserradweg ausgesucht.

Unsere erste Teiletappe führte uns heute von NK-V nach Duisburg zum Hauptbahnhof. Wie sagte Patrick vorhin so schön: „Alles bekannte Region und wir waren nur eine Straße entfernt – und schon sieht es aus, wie im Urlaub!“
Unglaublich, welch schöne Tour man sogar durch Duisburg machen kann…

So sieht es z.B. aus, wenn man eine alternative Route zum Duisburger HBF nimmt…

Nachdem wir dann per Rhein-Fulda-Kanal in Kassel-Wilhelmshöhe angekommen sind, haben wir eine traumhaft schöne zweite Teiletappe erleben dürfen. Neu an unserer heutigen Fahrt war, dass es die Zugführerin mit nur 59 Minuten Verspätung geschafft hat, dass ich erstmals bei unseren Bahnreisen keine Erstattung bekommen kann. Die eine Minute mehr hätten wir uns noch gegönnt.
Durch Kassel selbst zu fahren war schon sehr angenehm und als wir dann an der Fulda angekommen sind, wurde der Urlaub real. Super Radweg – kaum Radfahrer unterwegs – feinstes Wetter und gute Laune. Was kann es schöneres geben…?

Eindrücke an der Fulda.

Leider war das zweite Teilstück nur knapp 30 km lang. Als wir dann Hann.Münden erreichten waren wir doch sehr überrascht, was für eine schöne Stadt wir als erste Übernachtung ausgesucht haben.

Weiter geht es zum Hotel durch die Altstadt.

Dann war erst einmal eine Stärkung notwendig.

Lecker war es und wir konnten wieder zu neuen Taten aufbrechen. Die Abendstimmung hat uns ergriffen und Hann.Münden wurde unser.
Anbei noch ein paar Eindrücke von einer wirklich schönen Stadt…

Hier noch die Fakten der zweiten Teiletappe.
Wir wünschen eine gute Nacht.